CROSBY MC CLOY
PERFORMANCEKÜNSTLERIN UND SCHRIFTSTELLERIN

 
 
 
   




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Mit den Organen der Dunkelheit sehen. Wahrnehmungsaustausch

Ich bin an der Entwicklung von choreographierten, komponierten und improvisierten Strukturen interessiert, die Klang/Sprache/Bewegung/Emotion nebeneinanderstellen, um ein Erlebnis von Atmosphäre, Stimmung und Nachdenken zu erzeugen, das den Zuschauer zur Assoziation eigener Bedeutung anregt.
Ich möchte ein Theater, das geschaffen wurde, um das Publikum bis hin zu einem Moment der Teilnahme zu fesseln, an dem der Performer nicht einfach nur ein Spektakel vorführt, sondern einen Austausch schafft, in dem der Kreis zwischen Performer und Publikum komplex verwoben wird.

Die Aufgabenstellung, an der ich für meine Performance gearbeitet habe, ist aus drei Elementen zusammengesetzt.
Das erste ist eine Körperimprovisation, die auf Beachtung von detaillierten kinästethischen Empfindungen basiert. In diesem Zustand wird durch die innere Landschaft des Körpers Energie wahrgenommen während er sich dem Raum öffnet. Die Wahrnehmung ist gefiltert durch die internale Anpassung des Bewußtseins über das Körperinnere an den äußeren Raum.
Das zweite betrifft eine körperliche Basis, bei welcher der gesamte Raum angesprochen wird mit einer besonderen Sensitivität gegenüber der Dynamik der sich verändernden Energie und der Interpunktion der verschiedenen Punkte im Raum. Die Augen verbunden zu haben, gestattet Organen, den Raum zu sehen, die normaleweise nicht mit Sehen verbunden werden.
Der Gebrauch der Sprache, als drittes Element, ist gekennzeichnet durch Beachtung von Schweigen und Wortstruktur. Die Wörter bieten einen weiteren Zugang zur Augenblicklichkeit des Moments.
Der Sinn wird geschaffen durch die assoziierte Aneinanderreihung von konkreten Bildern, die durch die drei Elemente hervorgerufen werden. Das Zusammentreffen der konstituierenden Aspekte, die Pausen und das Anhalten sammeln und akkumulieren im Geist scheinbar unzusammenhängende Perspektiven.
Ich möchte, daß sich die Momente zwischen Ereignissen in emotionalem und relationalem Gewicht anhäufen, so daß sich das Publikum einer neuen Wahrnehmung bewußt wird. Die Art, wie sich Klang/Licht/Performer überschneiden und treffen, öffnet die Wahrnehmung für Zufälle, Dynamik, Erinnerung und Phantasie. Wir finden uns dabei wieder, den Moment in Beschlag zu nehmen, so daß er entschieden von jedermann in dem von uns geschaffenen Raum bewohnt wird.

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